Epik & Lyrik

China for Runaways – Kapitel 10

Alles mit? Irgendwas vergessen?

Wir sitzen im Flieger. Anscheinend hat der Pilot aber verschlafen, es geht einfach nicht los. Sitze umgeben von kleinen Menschen – die Moppel-Brüder neben mir, Carsten vor mir, hab mich also lieber noch nicht umgedreht, wer weiß, wer da noch so rum sitzt … Habe mir einen Fensterplatz ergattern können und ein Glück, dass mein Buch noch so viele Seiten hat. Außerdem habe ich mir Zeitungen geben lassen: eine chinesische und The Wall Street Journal Europe. Also wenn es langweilig wird.

Unsere Boing heißt B2468, Fehlt also nur noch 10. Mir ist aufgefallen, dass die Stewardess alle die gleiche Frisur verordnet bekommen. Und das erste Wasser steht vor mir. Das Wetter ist schön und mein Husten tiefsitzend. In dem Moment fängt die witzige Flugzeugwerbung an, aber Abflugstimmung ist immer noch nicht so. Komisch.

Mein Magen fängt nun auch an, sich zu Wort zu melden, aber wenn ich an das Essen auf dem Hinflug denke … Bitte Bauch, reiß dich einfach noch ein bisschen zusammen, bald sind wir im ess-angenehmen Bereich der Erde. Okay, jetzt latschen hier noch ein paar Bauarbeiter durchs Flugzeug. Sehr beruhigend. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle von der auslaufenden Flüssigkeit erzählen, die ich beim Einsteigen am unteren Teil der Maschine gesehen habe …  ich lass es lieber.

11.48 Uhr setzt sich das Flugzeug in Bewegung, eigentlich war 11.10 Uhr angesagt.

11.52 Uhr Mittlerweile stehen wir hier schon wieder ein bisschen rum.

11.58 Uhr Nu simmer abjehobn!! Wolken fetzen!

18.14 Uhr im Bus Richtung Zuhause. Pünktlich (obwohl: ich habe keine Ahnung, ob pünktlich) halb fünf deutschen Boden berührt, aufgesetzt, wie auch immer. Habe mein ganzes Zeug plus Husten. Meine Stimme dafür wohl irgendwo in Shanghai vergessen … Philip hat mich mit einer Anti-Krankheits-Brause-Tablette versorgt und mein Buch ist allegelesen. Werde jetzt noch Aspirin vernichten und dann bissl Musik hören. Denk mal nicht, dass noch irgendetwas spektakuläres passiert. Ja, ich denke das wars. Das war mein zweiwöchiger Chinaaufenthalt.

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Café au lait
Dorante Edition 2008
Seite 197 ff.

Hier erhältlich.
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