China for Runaways – Kapitel 9

Das Ende kann ich schon fast erahnen

Der Tag hat verhältnismäßig gut begonnen mit eigenem Toast und eigenem Kaffee. Gerade im Bus wurde beschlossen, dass morgen woanders gefrühstückt wird. War wohl heute doch nicht so toll. Habe ich da einen Funken Schadenfreude in mir?! Ich denke, ja. Heute Abend soll Pekingente probiert werden – deutsche Pekingente keine Pekingente, weil nicht Entensorte aus der Nähe von PEKING!!

Die Große Mauer war groß und gemauert und anstrengend. Übelste Steigung, viele, viele Stufen. Habe mir lieber mal ein Tuch auf den Schädel gebunden. Die Sonne knallt heute ganz schön, aber mit Wind ist das vollkommen in Ordnung. Habe mir vorhin von Richie ein Schluck Cola erbettelt. Später hat er sich mit Chris über mein warmes Wasser lustig gemacht. Steh ich drüber. Flüssig ist flüssig. Außerdem hält es ja auch länger. Obwohl meine Beine wehtun – die haben vorhin vom Abstieg übelst gezittert. Die Händler, die sich auf der Mauer verlustieren, sind irgendwie etwas neben sich. Eine Frau wollte, dass ich meinem Mann (Maik) und meinem Sohn (Fabian) T-Shirts kaufe. Oookay …

Sind gerade ziemlich sinnlos die Heilige Allee entlanggelaufen. War alleeig. Die Gehwegplatten waren platt, die Steinfiguren steinig und das Gras höchst grün. Das Ming-Grab war sinnlos, aber ich habe ein Eis gegessen.

Ich bin etwas gerädert. Außerdem mussten wir eben feststellen, dass morgen Freitag ist. Und Marleen hat komische Theorien aufgestellt, die belegen sollen, dass die Zeit jetzt ganz schnell vergehen wird. Mmh. Fakt ist: Morgen wird der Heimweg angetreten, in Richtung Flughafen, auf zurück nach Suzhou!!

Da ist es jetzt doch mal an der Zeit, diesen Tag Revue passieren zu lassen … Also alles fing mit Aufstehen an, das muss so halb 8 gewesen sein. Danach habe ich Haare gewaschen und dann gab es ein anderes Frühstück, was soviel heißt, wie zu dem ganzen Mittagszeug noch Toast, Butter und chemischer Käse. Aber der Kaffe war gut, da kann man nicht klagen – hatte ja auch reichlich mit Milch und Zucker aufgefüllt. Ach und der Vormittag verging relativ schnell. Wir haben die Möglichkeit eine Rikscha-Fahrt mal einfach nicht genutzt und in unserem Zimmerchen bis 11 Uhr gelesen. Nach dem Mittagessen haben wir den Sommerpalast vom Kaiser von und zu im strömenden Regen besucht und dabei noch eine Bootsfahrt gemacht. Dann stand noch etwas mit Perlen auf dem Plan. Man hat uns gezeigt, wie die gezüchtet werden, und natürlich stand wieder einiges (vieles) zum Verkauf; dann mittelmäßiges Essen im Zug. Bis eben (23.53 Uhr) mit Maik Schach gespielt. Hat richtig Spaß gemacht, habe mit größter Ehre verloren. Und nun ist Schlafen angesagt, um mich schnarcht es schon gewaltig.

Sind gerade in einem total stylischen Zimmer in Suzhou angekommen, wirklich richtig schick. Dann gleich gibt’s Frühstück und danach irgendwie das Zeug, was wir an Klamotten hier gelassen hatten. So lässt es sich praktisch überlegen, wie bis heute Abend 22.00 Uhr der Koffer gepackt wird.

Die Fußmassage war ein Traum. Okay, zwischendurch war’s kitzelig und manchmal tat’s auch weh, aber im großen und ganzen: fein!! Die Gutsbeste hat auch meine Arme und Beine zusätzlich durcheinander gebracht, und Nacken und Schulter, das wiederum war viel zu grob … Und an meinen Hals hauen sollte man nicht, hab Kopfschmerzen gekriegt; vielleicht sind Chinesen einfach anders gebaut. Trotz allem bekommt die Aktion von mir ein großes + .

Hab mein Köfferchen gepackt, welches übrigens plötzlich leichter ist; Abendbrot war so lala und jetzt wird gelesen. Halb elf sollen wir die Koffer in die tolle Lobby bringen. Das heißt wach bleiben …

PS: Vielleicht hätte ich das Handy einfach zwei Wochen auslassen sollen, kriege nur noch mehr Heimweh…
PPS: Hab Husten.
PPPS: Werde jetzt meine Socken ausziehen.
PPPPS: Hatte das letzte jemanden interessiert?

Weiterlesen: Kapitel 10 – Alles mit? Irgendwas vergessen?

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Café au lait
Dorante Edition 2008
Seite 197 ff.

Hier erhältlich.
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