Rezension Fachliteratur

Wird nicht funktionieren. Könnte. Beste Idee ever!

Die Neuen Medien. Hach. Schon wieder ein Buch über die Neuen Medien. (Und ich traf den Präsidenten der Vereinigten Staaten schon wieder, wie Forrest Gump es formulierte.) Aber wenn ein Thema nun einmal allseits präsent ist – unbeabsichtigtes Wortspiel -, dann hat es in der Literatur seine absolute Berechtigung. Also los, Herr Eick! Was haben Sie digital zu erzählen?

In seinem aktuellen Buch „Digitales Erzählen – Die Dramaturgie der Neuen Medien“ untersucht Dennis Eick die Auswirkungen der Digitalisierung auf unsere Erzählungen. Dabei sieht er sich Viral Spots, Web-Serien, Games und E-Books an und gipfelt im „transmedialen Erzählen“. (Für die Buzzword-Fans unter uns: Er meint damit „crossmedial“, „Storytelling“, „Content Marketing“.)

New ideas pass through three periods: 1) It can’t be done. 2) It probably can be done, but it’s not worth it. 3) I knew it was a good idea all along!
– Arthur C. Clarke

Gefallen hat mir neben der grafisch ansprechenden Aufbereitung der Erzählstil Eicks. Immer wenn man gerade einen sarkastischen Gedanken zu der einen oder anderen Phrasenschwein-Formulierung hat, steht er im nächsten Satz. Sehr sympathisch. Und vor allem ehrlich. Natürlich erfinden wir die Welt nicht neu. Natürlich hat’s das alles irgendwie auch schon einmal gegeben. Aber davon einmal abgesehen: Wie können wir es denn nun sinnvoll nutzen?

Auch wenn neue Medien entstehen, verdrängen sie die alten nicht. Es gibt immer noch das Radio, den Film oder die Fotografie. zugegeben, die Höhlenmalerei hat es momentan schwer – aber sind nicht die Tags und Graffitis auch nur eine Fortführung dieser uralten Kulturtechnik?

In seiner Aufmachung ist es fast schon ein Roman. Locker-flockig geschrieben, nicht zu kompliziert und dennoch komplex: Lektüre für das Nachschränkchen und vielleicht ein schönes Weihnachtsgeschenk für (Digital-)Kommunikationsverantwortliche. Oder nicht. Oder vielleicht. Oder unbedingt.

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Dennis Eick: „Digitales Erzählen – Die Dramaturgie der Neuen Medien“
UVK 2014

Hier erhältlich.

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