Rezension Belletristik

Es hätte können viel schlimmer kommen

Ich war letztens bei IKEA. Fast keinen Parkplatz gefunden, fast eine alte Dame über den Haufen gefahren, fast noch vor Eintritt direkt den Rückweg angetreten. Aber es hätte können viel schlimmer kommen. Man mag sich kaum auszumalen, wie es gewesen wäre, hätte ich in einem Schrank festgesteckt …

Ayarajmushee Dikku Pradash ist genau das passiert. Der indische Protagonist des aktuellen Buches von Romain Puértolas kann seinem Dorf weismachen, für ein neues Nagelbett nach Frankreich fliegen zu müssen. Dort versteckt er sich in eben solchem Schrank, wird versehentlich nach Großbritannien verschickt und von Afrikanern befreit. Und weil sich diese Geschichte für die örtlichen Behörden ebenso unsinnig anhört wie für den Leser, wird er kurzerhand als Illegaler ausgewiesen. Nach Spanien. Weil das ja klar ist. Oder auch nicht.

Puértolas schafft es, mich gehörig zum Lachen zu bringen. Über IKEA. Über Indien. Über die EU. Über die Dummheit der Schlauen. Und die Aufmerksamkeit der Dummen. Die unglaubliche Reise das Fakirs der in einem IKEA Schrank feststeckte ist verrückt, wunderbar, total bekloppt. Und gerade deshalb muss man es gelesen haben.

Für Fans von Jonasson und Co.

__

Romain Puértolas: „Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem IKEA Schrank feststeckte“
S. Fischer 2014

Hier erhältlich.
Zurück zur Startseite.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.