Fast Storytelling: Die Päpstin

Fast Storytelling: Die PäpstinEs gibt Bücher, bei denen der Titel eigentlich schon viel zu viel verrät. Im Grunde genommen müsste man sich dann nur noch die letzten 50 Seiten durchlesen und könnte mitreden. Zack. Komplette Story erzählt. Fast Storytelling sozusagen. Bei “Die Päpstin” von Donna W. Cross ist das nicht zu empfehlen. Und ich erkläre auch gern warum.

An einem nicht ganz so hübschen, nordischen Regentag hab ich mir einen heißen Kakao gemacht, mein Bücherregal “gescannt” und “Die Päpstin” gegriffen. Ich habe dieses Buch schon seit längerem dort stehen, immer wieder Empfehlungen gehört und dennoch fehlte es an der richtigen Stimmung. Manchmal muss es eben regnen …

Und schon nach den ersten – sagen wir 10 – Seiten war mir klar: Das wird mein Buch. Es ist

  • sehr gut geschrieben,
  • detailverliebt aber nicht zu detailliert,
  • mit starken Charakteren, die aber nicht zu ausführlich beschrieben sind, als dass das Kopfkino ausgeschalten würde,
  • philosophisch und doch rational,
  • voller romantischer und auch pragmatischer Entscheidungen.

Der Roman von Donna Woolfolk Cross aus dem Jahr 1996 nutzt den historischen Stoff um die Legende der Päpstin Johanna und verfeinert ihn um eine erfundene Geschichte über eine moderne, wissbegierige Frau, der gerade diese Wesenszüge zum Verhängnis werden. Sie gibt sich als Mann aus, um nicht auf Bildung verzichten zu müssen und findet sich aufgrund der Verkettung von Zufällen bald auf dem Papstthron wieder.

Wer das Buch ungelesen im Schrank stehen hat: Nicht von diesem “Storytelling-Kaputt-Mach-Titel” ablenken lassen. Lesen.

Wer es nicht hat: Leihen. Oder kaufen. Und auch lesen.

__

Donna W. Cross: „Die Päpstin”
Hier erhältlich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.