Rezension Fachliteratur

Werbeagentur: Früher war mehr Lametta.

Klar! Es gab ja auch mehr Budget.
Und weniger Nachfragen.
Da konnte man locker in Lametta investieren.
Und in Agenturbier.
Die „klassische Werbeagentur“, so scheint es, gehört jedoch der Vergangenheit an.

Werbeagenturen heißen heute Kommunikationsagenturen. Sie sind spezialisiert auf Themen, die der unbefangene Konsument gar nicht mit Werbung in Verbindung bringen würde: Social Media, Retail-Marketing, Sales Automation, Business-to-Business Communication, Content-Marketing, Corporate Branding, kreative Markenkommunikation, crossmediale Markenführung, innovative Kommunikation, Customer-Relationship-Marketing und, und, und.
(S.11)

Vor diesem Hintergrund fordert Thomas Meichle eine effizientere Nutzung von Chancen voranschreitender Digitalisierung und liefert mit seiner „Gebrauchsanweisung für Werbeagenturen“ 100 Einsichten, die Werbe weiterbringen sollen. In 10 mal 10 Kapiteln von der „Firma“ Werbeagentur über die Rolle von Chef und Mitarbeitern hin zu Honorar und einem Blick in die Zukunft schafft Meichle einen schönen Rundumschlag, der zu gleich reflektierend, motivierend und unglaublich unterhaltsam ist.

Natürlich stimmt man als Leser nicht allen Aussagen uneingeschränkt zu. Ich beispielsweise stolperte über die Belanglosigkeit des Agenturstandorts, die unbedingte Rollenzuweisung des Chefs oder auch die bestimmte Forderung nach Wachstum; und dennoch ficht der Autor diese Diskussionen zum Teil mit sich selbst aus, was mir Schmunzeln, Nicken und Augenbrauen-Hochziehen entlockt.

Kurzum: Ein schönes Buch für Werber, PRler, Kreative und Marketiers, das man als Lektüre gern auch mit in die Ferien nehmen kann.

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Thomas Meichle: „Gebrauchsanweisung für Werbeagenturen“
Haufe 2016
Hier erhältlich.

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