Immer diese Mitarbeiter …

Man kann nicht mit ihnen und auch nicht ohne sie. (Ohne sie schon gar nicht, aber das geben wir ja nicht zu.) Die lieben Mitarbeiter. Und dann wollen sie auch noch als Zielgruppe verstanden werden. Als Zielgruppe in einer nicht mehr nur einseitigen Kommunikation. Schlimm.

Aber im Ernst: Die klassischen Konzepte der Mitarbeiterführung funktionieren einfach nicht mehr. Führungskräfte können nicht mehr nur delegieren und Schluss. Führungskräfte müssen ihre Mitarbeiter fachlich unterstützen und in dieser Hinsicht als Beziehungsmanager fungieren. Orientierung. Vertrauen. Ermutigung.

Jens Corssen und Stefan Gröner wollen in ihrem aktuellen Buch “Der Team-Entwickler” zeigen, wie man gemeinsam gewinnen lernen kann. Sie stellen dafür acht Teamrollen vor und geben Tipps, wie mit der jeweiligen Diva, der Grauen Eminenz oder dem Jungstar umzugehen sei, denn “jede dieser Rollen erfordert besondere Führungsinstrumente, um ungünstige Verhaltensweisen und hinderliche Gruppendynamiken abzustellen” – so heißt es schon im Klappentext.

Eigentlich hatte ich mir von der Lektüre drei Dinge versprochen: Eine (durch Studien?) fundierte Grundlage, konkrete Tipps und Kurzweile.

Nun. Grundlage ist der Selbst-Entwickler© (Man achte auf das Copyright-C!) Davon kann man halten, was man möchte. “Dauerhafter Erfolg und persönliches Wohlbefinden basieren, besonders in Zeiten raschen Wandels, auf einer notwendigen Veränderung der persönlichen Einstellung und des eigenen Denkens. Innere Stärke ist erlernbar! Als achtsamer Selbst-Entwickler© lernt man, das innere Spiel zu gewinnen, vom Wissen zum Wollen und vom Wollen zum Tun zu gelangen”, heißt es auf der entsprechenden Website. Ist mir ein bisschen zu wenig für Punkt eins.

Konkrete Tipps findet man tatsächlich, und das auch schon nach einer ersten Orientierung im Inhaltsverzeichnis. Es gibt so genannte “Kurz und bündig” Abschnitte am Ende der Kapitel. Und auch am Ende des Buches befindet sich eine Übersicht, die die Merkmale der Rollen, ihre Chancen und Risiken sowie mögliche Maßnahmen zur Entwicklung zusammenfasst.

Aber Punkt drei. Punkt drei ist schwierig. Denn als kurzweilig empfinde ich das Buch nicht. Ich bin vielmehr über den kompletten Aufbau irritiert, denn große Teile sind in fiktiver Romanform geschrieben. Sehr sonderbar.

Gretchenfrage: Wer ist denn Zielgruppe des Buches? HR-Manager? Fachkräfte für interne Kommunikation? Corporate Influencer? Oder HR-Manager in ihrer Freizeit? Fachkräfte für interne Kommunikation in ihrer Freizeit? Corporate Influencer in ihrer Freizeit?

Ich bin irritiert.

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Jens Corssen und Stefan Gröner: “Der Team-Entwickler”
Knaur 2017
Hier erhältlich.

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