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Influencer Marketing: Ich will auch …! Oder?

Es ist Erntezeit: Überall sprießen Influencer aus dem Boden. Jeder will etwas mit Influencern machen. Und jeder will ein Influencer sein. Aber wie wird man eigentlich einer und was genau macht man dann?

Influencer Marketing trägt die Fahne der Authentizität. Es scheint, hier würde die Zielgruppenerreichung (Und wieder einmal geht es um Zielgruppen!) auf einem unglaublich hohen Level stolzieren. Und schwupp: Die Marketing-Gelder werden umgeschichtet, neue Agenturen und Konzepte werden gelauncht. Let’s do this. Yolo!

Ich hätte da mal ein paar Fragen …

Die Fragen, die man sich stellen darf, könnte, vielleicht sollte: Wie viel Authentizität, wie viel Individualismus und “Nicht-Marketing” steckt denn hinter einem Facebook-, Instagram-, YouTube-, Snapchat- oder Twitter-Account mit sechsstelliger Followerzahl? Wie groß darf der Anteil an Sponsored Posts denn eigentlich sein? (Lassen wir das Thema Schleichwerbung hier mal außen vor.) Wann wird der Hobby-Blogger zum Sparringspartner mit vierstelligem Stundensatz? Und: Darf man sich als Follower in diesem Zusammenhang eigentlich über die “zunehmende Professionalisierung” beschweren oder gehört es dann zum guten Ton, die Benachrichtigungen zwar auszustellen, offiziell jedoch Fan zu bleiben?

Die Sache mit den Kennzahlen

Für Agenturen und Unternehmen zählen vorrangig die Kennzahlen. Und dabei reden wir nicht einfach nur von Qualität vs. Quantität (vgl. Slow-Blogging), sondern von der Zielerreichung nach Kundenbriefing. Ob durch Qualität oder Quantität: Hauptsache Zielgruppe. Und Hauptsache viele davon.

Klar muss man beim Marketing auf die einzelnen Social Media Kanäle schauen. Jeder funktioniert anders. Und jeder Influencer agiert entsprechend mit seiner Community.

Wenn man also Influencer sein möchte braucht man:

  • selbst Influencer, die einen in die höheren Kreise erheben,
  • Marketing-Willen (meiner Meinung nach passen Hobby-Blog und Influencer-Dasein nicht zusammen),
  • Connections zu potentiellen Kunden und denjenigen, die entsprechende Kunden haben,
  • strategisches Durchhaltevermögen,
  • (für die Masse) sinnvollen Content,
  • und natürlich Glück.

Ich hätte da immer noch ein paar Fragen …

Die Frage ist: Will man das? Will man auf einen Marketing-Zug aufspringen, der sicherlich noch eine Weile durch die Gegend düst, jedoch auch irgendwann seine Endstation erreicht? Will man seine Authentizität für Reichweite hergeben – ohne Erfolgsgarantie? Will man sein Hobby verkaufen und ein Burnout riskieren?

Kurz gesagt, muss das jeder für sich entscheiden. Und ganz ehrlich: Es erscheint mir leichter, ein Online-Influencer zu werden, wenn man offline auch schon etwas zu sagen hat.

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