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KI sei Dank: Ja zur Socke, Nein zum Brillenputztuch!

Eine Revolution steht für einen Umbruch. Einen Umstoß. Eine nachhaltige Veränderung. Einen abrupten Wandel. Die Französische Revolution hat die Monarchie abgeschafft, die Industrielle Revolution die Wirtschaft umkrempelt, die Sexuelle Revolution bestehende Moralvorstellungen umgeworfen. Und der KI-Revolution verdanken wir … personalisierte Newsletter?

Das scheint zumindest die Wahrnehmung in den Kommunikationsabteilungen mancher Unternehmen zu sein. Dabei gehen die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz weit über das automatisierte Einsetzen des Vornamens in einer ansonsten identischen E-Mail hinaus. Anders formuliert: Personalisierung ist Künstliche Intelligenz – aber Künstliche Intelligenz ist nicht nur Personalisierung.

Die richtige Zeit. Die richtige Person. Und die richtige Message.

Die richtige Person zur richtigen Zeit mit der richtigen Message zu erreichen – der heilige Gral des Marketings kommt mit Künstlicher Intelligenz in greifbare Nähe. Um im Beispiel des Newsletters zu bleiben: Dank einer Kombination von künstlicher Intelligenz, Content Management Systemen und Analytics wird ein Newsletter nicht nur in der Ansprache, sondern auch inhaltlich auf einen Kunden zugeschnitten. Automatisch und in Echtzeit.

An dieser Stelle geht Künstliche Intelligenz dann über die „bloße“ Personalisierung hinaus: Mit jedem verschickten Newsletter, mit jedem Klick, mit jedem neuen Datensatz lernt die KI etwas Neues. Aus dem Wissen, welche Produkte gekauft wurden, kann eine KI-Anwendung dann auch ableiten, welche Produkte in Zukunft wahrscheinlich gekauft werden – nicht nur von dem einen angesprochenen Kunden, sondern auch von anderen Kunden mit ähnlichen Variablen.

Diese Art von „Predictive Analytics“ ist nicht nur im Interesse des Unternehmens, sondern durchaus auch im Interesse des Nutzers: Schließlich lernt die Künstliche Intelligenz auch, was für mich und meine Bedürfnisse „richtig“ ist. Dass man mir durchaus gepunktete Socken anbieten kann, zum Beispiel. Und dass ich mich über ein neues Brillenputztuch eher weniger freue.

Aufwand vs. Nutzen: Eine komplizierte Rechnung?

Mit der allseits beliebten Captcha-Abfrage – „Markieren Sie alle Autos. Alle Hydranten. Alle Zebrastreifen … Okay, wollen Sie dieses Formular wirklich absenden? Dann markiere Sie auch noch alle Läden!“ –  trainiert Google bereits seit 2012 eine KI-Anwendung für selbstfahrende Autos. Wenn wir uns vorstellen, wie viele Personen täglich Google nutzen und damit auch den ein oder anderen Hydranten markieren, wird der Aufwand dieses Trainings schnell offensichtlich.

Besonders in der Kommunikation haben sich aber bereits eine Reihe von Add-ins etabliert, die auf künstliche Intelligenz zurückgreifen: Als Grafiker vertrauen wir auf Bildererkennung und automatisches Bildertagging bei der Suche in Online-Bilddatenbanken, als Kunde hilft uns der 24/7-Chatbot bei einfachen Fragen schneller weiter als eine Telefonhotline es könnte – vorausgesetzt natürlich, es funktioniert.

Diese Beispiele zeigen auch, dass es bereits bestehende Ansätze gibt, die nur darauf warten, auch an anderer Stelle eingesetzt zu werden. Also: Ran an die KI!

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