Online-Marketing: Verschenktes Potenzial

Online-MarketingDie mindshape GmbH fragte bereits zum zweiten Mal: „Welche SEO-Potenziale schlummern in Deutschland Unternehmenswebsites?“ Die 34 Seiten umfassende Studie gibt einen strukturierten Überblick, die Deutschlands Unternehmen im Bereich Online-Marketing und Suchmaschinenoptimierung (SEO) aufgestellt sind und wie sich ihre SEO-Performance im Vergleich zum Vorjahr geändert hat.

Die wichtigsten Ergebnisse in Kürze

Der durchschnittliche mIndex für alle untersuchten Unternehmen ist im Vergleich zu 2015 von 0,37 auf 0,39 leicht gestiegen. Demnach besteht nach wie vor großes Optimierungspotenzial in Bezug auf Online Marketing und Suchmaschinenoptimierung in deutschsprachigen Unternehmen. Der mIndex der schwächsten Domain liegt mit 0,12 sogar leicht unter dem mIndex der schwächsten Domain in 2015 (0,13). Die stärkste Domain weist immerhin einen mIndex von 0,83 auf und ist damit um 0,04 stärker als die stärkste Domain aus 2015.

Die einzelnen Branchen betreffend lassen sich nur geringfügige Unterschiede feststellen. Die Dienstleistungsbranche hat dieses Jahr am besten abgeschnitten (0,42) und damit die Branche „Pädagogik und Ausbildung“ vom ersten Platz verdrängt. Am schwächsten schneidet wie im Vorjahr das Baugewerbe ab (0,36). Am stärksten verbessern konnte sich die Energie- und Umweltbranche (von 0,35 auf 0,41).

Im Ost/West-Vergleich sowie im Nord/Süd-Vergleich treten wie im Vorjahr eher kleine Unterschiede zutage. Die untersuchten Unternehmen aus den südlichen Bundesländern weisen einen durchschnittlichen mIndex von 0,40 auf, die norddeutschen Bundesländer 0,39. Der Unterschied zwischen den neuen und den alten Bundesländern (mit Berlin) ist etwas größer: der durchschnittliche mIndex für die ostdeutschen Bundesländer liegt bei 0,38, derjenige für die westdeutschen Bundesländer bei 0,40.

Die untersuchten Domains konnten sich vor allem in puncto Technik verbessern. Der Optimierungsgrad stieg in diesem Teilbereich von 0,46 im Vorjahr auf 0,50. Auffällig ist insbesondere, dass deutlich mehr Unternehmen über eine responsive Website verfügen als im Vorjahr. In 2016 sind es mit 27 Prozent immerhin mehr als ein Viertel. Das zeugt zwar immer noch von großem Optimierungspotenzial, im Vergleich zu den 15 Prozent aus 2015 ist das aber ein deutlicher Zuwachs. Die Tatsache, dass Google in der mobilen Suche mobil-optimierte Websites bevorzugt ausspielt, scheint zumindest teilweise in das Bewusstsein deutscher Unternehmen gerückt zu sein. Mit responsiven Websites stellen sie den Nutzern ihre Inhalte so zur Verfügung, dass sie auch mit mobilen Endgeräten lesbar und ansprechend dargestellt werden. HTML5 ist der aktuelle HTML-Standard. Bekanntermaßen dauert es immer eine Zeit lang, bis neue Standards sich etabliert haben. Der mIndex 2016 zeigt, dass deutschsprachige Unternehmen immer mehr HTML5-Elemente nutzen – in 2016 sind es knapp 30 Prozent, in 2015 lag der Wert noch bei 16 Prozent.

Alle Teilbereiche zeigen im Vergleich zum Vorjahr zwar eine positive Entwicklung, insgesamt wird aber deutlich: Nach wie vor werden viele grundlegende SEO-Techniken von den untersuchten Unternehmen nicht genutzt. Dass Content das A und O in Bezug auf die Suchmaschinenoptimierung ist, weiß jeder, der sich mit der Materie auch nur ansatzweise beschäftigt – und das nicht erst, seit Google den Website-Content als einen der wichtigsten Ranking-Faktoren offiziell bestätigt hat. Dennoch ist die durchschnittliche Wortanzahl auf den gecrawlten URLs von 218 auf 223 nur geringfügig gestiegen. Von einem wirklichen Umdenken kann also nicht gesprochen werden. Insbesondere im Bereich der Crawlability besteht nach wie vor enormer Nachholbedarf. Mit 58 Prozent verfügen mehr Unternehmen über eine robots.txt als im letzten Jahr (55 Prozent), was als Zeichen für ein gesteigertes Bewusstsein in diesem Bereich gedeutet werden kann. Das bedeutet gleichzeitig aber, dass 42 Prozent der Unternehmen dieses Instrument der Crawler-Steuerung nach wie vor überhaupt nicht nutzen und so ein effizientes Crawling durch die Suchmaschine unnötig erschweren. Damit stehen sich sehr viele Unternehmen mit ihren aktuellen Websites in Bezug auf das Online-Marketing selbst im Weg, weil schlichtweg das notwendige Fundament fehlt. Der Teilbereich Social Media spielt zwar für die Suchmaschinenoptimierung eine untergeordnete Rolle, sollte aber aufgrund seiner wachsenden Bedeutung dennoch nicht vernachlässigt werden. Auch hier lässt sich eine leicht positive Tendenz erkennen: Während in 2015 nur bei 31 Prozent der untersuchten Websites das Facebook-Profil von der Startseite aus verlinkt war, liegt der Wert in 2016 immerhin bei 36 Prozent. Branchen, in denen Social Media eine größere Rolle spielen, wie z.B. die Freizeit- und Tourismusbranche, die Dienstleistungsbranche sowie Pädagogik und Ausbildung schneiden hier mit Werten zwischen 0,27 und 0,28 besser ab als andere Branchen. Doch auch hier ist das Potenzial noch groß.

Insgesamt schnitten die untersuchten Unternehmen über alle Branchen und Bundesländer hinweg wie im Vorjahr in den Bereichen Technik, OffPage-Optimierung und Content besser ab als in den anderen Teilbereichen. Dementsprechend besteht nach wie vor der größte Nachholbedarf in Bezug auf die Crawlability, die allgemeine Sichtbarkeit in den Suchmaschinen sowie im Bereich Social Media. In allen Teilbereichen konnten die untersuchten Unternehmen sich leicht verbessern. Am schwächsten war die Entwicklung im OffPage-Bereich.

Suchmaschinenoptimierung und damit Online-Marketing gehört bei einem durchschnittlichen mIndex von 0,39 bei deutschsprachigen Unternehmen auch in 2016 noch immer nicht zum Standard-Repertoire im Marketing-Mix. Die deutsche Wirtschaft verschenkt weiterhin enormes Umsatzpotenzial mit ihren Unternehmenswebsites.

Die komplette Studie kann von Interessierten hier als PDF bezogen werden.

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