SEO für Blogger vs. SEO für lokale Unternehmen

ein Gastbeitrag von Finn Hillebrandt, blogmojo

Finn Hillebrandt

Du glaubst, dass Suchmaschinenoptimierung für alle Keywords gleich funktioniert? Weit gefehlt! Während es Ranking-Faktoren gibt, die universell sind, gibt es auch Ranking-Faktoren, deren Gewichtung je nach Keyword (oder sogar je nach Suchmaschinen-Nutzer) variiert.

Bei SEO für Blogger und SEO für lokale Unternehmen gibt es in mancherlei Hinsicht große Unterschiede, vor allem beim Off-Page-SEO, also dem Teil der Suchmaschinenoptimierung, die außerhalb der eigenen Website stattfindet.

Hinweis: Um diesen Artikel ein bisschen praxisorientierter zu machen, gehen wir mal davon aus, dass es sich bei dem Blog um einen Beauty-Blog handelt und bei dem lokalen Unternehmen um ein familiengeführtes Nagelstudio.

Hinweis 2: Webseite = Unterseite einer Website (wird oft verwechselt!)

1. Universelle Ranking-Faktoren

1.1 Content

Wer ein besseres Google-Ranking für ein bestimmtes Keyword optimieren möchte, muss seine Inhalte so relevant wie möglich für dieses Keyword machen. Das gilt für Blogger und für lokale Unternehmen gleichermaßen. Das heißt, das Keyword, relevante Keywords und/oder Synonyme sollten an den wichtigsten Stellen auf einer Webseite zu finden sein, wie z. B.:

  • in Meta-Titel und -Beschreibung,
  • der Hauptüberschrift (h1) und
  • in Zwischenüberschriften (h2, h3,…),
  • mehrmals im Fließtext,
  • in Dateinamen und alt-Tags von Bildern oder
  • in internen Verlinkungen.

1.2 Nutzerfreundlichkeit

Doch eine Webseite für Google zu optimieren heißt nicht nur passende Keywords einzubauen, sondern sie auch so nutzerfreundlich und lesbar wie möglich zu machen. Das ist ebenfalls für alle Suchanfragen universell, denn egal ob jemand nach „beauty tipps“ oder nach „nagelstudio hamburg“ sucht, kein Nutzer möchte eine Webseite in den Suchergebnissen öffnen, deren Inhalte nur schwer zugänglich sind.

Zu den universellen Ranking-Faktoren im Bereich Nutzerfreundlichkeit zählen:

  • Verschlüsselung mit SSL-Zertifikat,
  • schnelle Ladezeit,
  • optimiert für verschiedene Endgeräte (Desktop-PCs, Tablets, Smartphones),
  • gut strukturierter und lesbarer Content,
  • multimediale Ergänzung des Contents (z. B. mit Bildern, Videos und anderen Medien-Elemente),
  • gute interne Verlinkung und übersichtliche Website-Struktur und
  • Verzicht auf übertriebene und nervige Werbung (wie z. B. Interstitials).

1.3 Backlinks und soziale Signale

Die Anzahl und Qualität der Backlinks, also Verlinkungen durch andere Websites, sowie soziale Signale (Likes, Shares und Follower auf verschiedenen sozialen Netzwerken) sind ebenfalls universelle Ranking-Faktoren, die gleichermaßen für unser Nagelstudio und unseren Beauty-Blog wichtig sind.

Warum das so ist, lässt sich leicht erklären: Jede Verlinkung und jeder Like ist eine Empfehlung seitens eines Nutzers. Und je mehr Nutzer eine bestimmte Website und deren einzelne Webseiten empfehlen, desto wahrscheinlicher ist es, dass deren Inhalte hochwertig und hilfreich sind.

Soweit so gut, aber …

Um für lokale Suchbegriffe gut platziert zu sein, sind für unser Nagelstudio noch weitere Ranking-Faktoren von Bedeutung. Und nicht nur das: Diese weiteren Ranking-Faktoren stellen universelle Ranking-Faktoren mitunter in den Schatten, weswegen ihnen ein besonderes Augenmerk gelten sollte.

2. Lokale Ranking-Faktoren

Für unser Nagelstudio spielt der Standort des Suchmaschinen-Nutzers eine entscheidende Rolle, für unseren Beauty-Blog keine oder eine nur sehr geringe. Das spiegelt sich auch in den Ranking-Faktoren wider.

Um für ortsbezogene Keywords, wie z. B. „nagelstudio hamburg“ oder „maniküre hamburg“ gut platziert zu sein (auch in im sogenannten „Local Pack“, den aktuell 3 Ergebnissen, die zusammen mit einer Karte über den normalen Suchergebnissen angezeigt werden), ist zum Beispiel Folgendes wichtig:

  • Gut gepflegte Google My Business-Seite mit Unternehmensbeschreibung, Fotos, Öffnungszeiten etc.,
  • Firmeneintrag bei Apple Maps oder Bing places for Business,
  • Bewertungen bei Bewertungsportalen (z. B. Google My Business, Yelp, jameda, tripadvisor), am besten viele und größtenteils positiv,
  • Nähe des Unternehmens zum Standort des Nutzers,
  • Einträge in Branchenverzeichnisse, wie z. B. die Gelben Seiten oder Das Örtliche (am besten branchenrelevant) und
  • Verwendung von Name, Adresse und Telefonnummer (müssen in allen Kanälen übereinstimmen!)

Eine noch umfangreichere Auflistung über lokale Ranking-Faktoren findet man z. B. in dieser Studie von MOZ oder bei Google selbst.

3. Lokales und universelles SEO kombinieren!

Ich sehe momentan häufiger, dass sowohl lokale Unternehmen als auch Blogger, die lokales und universelles SEO gleichzeitig betreiben, sehr viel Erfolg auf beiden Kanälen haben.

Das ergibt auch Sinn, denn dadurch, dass man auf beiden Kanälen auffindbar ist, öffnet man seine Website nicht nur für mehr Nutzer, sondern auch für mehr Kooperationspartner und somit für mehr Empfehlungssignale an Google (und neue Kunden bzw. Leser).

Als lokales Unternehmen kann man das zum Beispiel umsetzen, indem man einen eigenen Blog erstellt. Unser Nagelstudio könnte z. B. auf einem Blog Tipps zur Nagelpflege zu Hause oder zu den Unterschieden verschiedener Nagellacke anbieten. Und das natürlich am besten in Kombination mit sozialen Netzwerken wie Pinterest, Facebook oder YouTube. So kann es mehr Empfehlungen und Backlinks generieren und steigt dadurch auch in den lokalen Suchergebnissen.

Unser Beauty-Blog könnte hingegen Schönheitsberatungen oder -Umstylings auch lokal anbieten und sich im Zuge dessen in viele verschiedene Kartendienste und Branchenverzeichnisse eintragen. Als lokales Unternehmen bekäme dieser auch einfacher Backlinks von anderen ortsansässigen Websites, z. B. von einem hochwertigen Unternehmensverzeichnis, das von der Gemeinde oder der Stadt geführt wird.

Natürlich ist die Kombination von lokalem und universellem SEO nicht für jeden sinnvoll. Vor allem, wenn die eigenen Ressourcen begrenzt sind oder sich das Blog-Thema bzw. Unternehmensbranche nicht so gut für den jeweils anderen Kanal eignet. Aber es lohnt sich auf jeden Fall, über eine Kombination aus beidem nachzudenken.

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