Rezension Belletristik

Wir kamen stets nicht ertrunken zurück.

Nach meinem Ausflug in die Geschichte des Zweiten Weltkrieges mit Astrid Lindgren wurde mir ein Buch empfohlen: „Das entschwundene Land“. Und ich habe es gefunden!

Astrid Lindgren hat mit diesem Büchlein 1975 erstmals für Erwachsene geschrieben und sie in ihre Kindheit mitgenommen: In die Zeit ihrer Eltern. Zurück ins Jahr 1888 und in die Zeit des Ersten Weltkrieges. Der Leser erfährt, wie die kleine Astrid aufgewachsen ist, wie sie ihre Liebe zum Lesen und später ihre Liebe zum Schreiben gefunden hat.

Und das alles liest sich nicht wie eine selbstgefällige Biografie einer erfolgreichen Autorin, sondern vielmehr wie eine eigene Geschichte – nur eben für „große Kinder“. Ich verstehe, warum Karlsson so werden musste, wie er war, warum Michel seine Holzfiguren schnitzte, wie die Erbse in die Nase von Maditas Schwester kam. Und ich krame die geliebten Bücher wieder hervor und lese die alten Geschichten einfach noch einmal.

… Großmutter (stand) wie gewöhnlich auf der Vortreppe, um uns zu begrüßen. „All meine Kinder und all meine Kindeskinder“, sagte sie und weinte vor Rührung. Und dann fügte sie geschwind hinzu, daß wir auf gar keinen Fall zum See hinunter dürften, denn das könne nur damit enden, daß wir ertränken. Und fast genauso geschwind waren wir unten am See, kamen aber dennoch stets nicht ertrunken zurück.“ (S.73)

Ein schönes Buch. Ein persönliches Buch. Ein Buch für alle, die schon Bücher lieben, seit ihnen die ersten Geschichten vorgelesen wurden.

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Astrid Lindgren: „Das entschwundene Land“
dtv 2007

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